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Der Grundriss einer Gesellschaft – Raumproduktion in Innsbruck / Ann-Kathrin Ager & Yasemin Yalcin

18.06.2013

Während der Vorarbeit zu diesem Buch wurde in „Survival of the hippest – Lacan geht Snowboarden“ der Versuch gemacht, die sportlichen Aktivitäten, vor allem das Snowboarden, der jungen Innsbrucker Gesellschaft aus psychologischer Sicht zu hinterfragen und zu verstehen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Raumproduktion. Als Grundlage wurden folgende Bücher gelesen: „Die feinen Unterschiede“ von Pierre Bourdieu, „Kunst des Handelns“ von Michel de Certeau und Texte über Raumtheorien. Das Buch „Stadt, Land und Gesellschaft“ über die Theorie der Raumproduktion nach Henry Lefebvre von Christian Schmid war Ausgangspunkt für die Forschungsfrage, welche in diesem Buch beantwortet werden soll:
„Die dritte Dimension der Produktion des Raumes ist das leben oder erleben des Raumes. Diese Dimension bezeichnet die Welt, wie sie von den Menschen in ihrer Alltagspraxis erfahren und erlebt wird. Lefebvre ist in diesem Punkt kategorisch: Das erlebte, die praktische Erfahrung, lässt sich durch die theoretische Analyse nicht ausschöpfen. es bleibt immer ein Mehr, ein Rest, ein Residuum, in seinen Augen das Wertvollste, ein unaussprechliches und unanalysierbares, das sich nur mit künstlerischen Mitteln ausdrücken lässt.“
Dieses Zitat weckt Neugierde und macht hungrig auf Informationen, die scheinbar so alltäglich sind, dass sie zugleich übersehen werden. Diese Alltäglichkeit ist auch Ausgangspunkt für die Studie, welche durchgeführt wurde um sich dem „Mehr“, dem „Residuum“ in Innsbruck zu nähern. Angelehnt an die empirische Vorgehensweise Bourdieus wurde in Innsbruck Feldforschung betrieben, um einen Überblick darüber zu bekommen, was den jungen Bewohnern Innsbrucks wichtig ist in ihrem leben, in ihrer Stadt, in der Benutzung ihrer Stadt. um dies greifbar zu machen, wurde ein vergleich angestrebt – ein vergleich mit einem fixen Parameter, dem örtlichen Raumordnungskonzept Innsbrucks (ÖroKo). Die Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen der Studie und der Langzeitplanung im ÖroKo wurden ausgearbeitet und gestützt auf der zu Beginn gelesenen Literatur über Raumproduktion einer Kritik unterzogen. ein interview mit einem Untersuchungsteilnehmer soll Einblick in die gelebte räumliche Praxis in Innsbruck geben. Der hauch von „Informalität“, der diese Stadt zu einem besonderen Ort für Studenten macht, wurde in Momentaufnahmen eingefangen, als versuch, die Atmosphäre und den Flair in Innsbruck dem Leser greifbar zu machen.

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