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Vom Verlust der Distanz / Manuela Volgger

1.07.2012

Um mich der Frage nach einer zukünftigen Sprache der Architektur annähern zu können, wurden unten angeführte Texte analysiert um eine Annäherung an die Architektursprache allgemein anzustreben. Im diesen Sinne wäre es völlig spekulativ von einer zukünftigen Sprache der Architektur auszugehen, da sie im Moment ihres Erfassens bereits durch eine neue ersetzt worden sein könnte – entsprechend einem Augenzwinkern, das bei jedem Aufschlag ein neues Bild produziert. Sollte uns dies widerfallen, bliebe uns immer noch die Möglichkeit die Augen ganz einfach wieder zu schließen. Nach Konklusion der Analyse und Aufarbeitung der Kontexte lässt sich schlussfolgern, dass Texte der zunehmenden Rasanz der Informationsausbreitung, sowie der sich ständig neu definierenden Inhalte nicht vermögen standzuhalten, demnach nach neuen Kommunikationsmitteln verlangt werden muss. Die zukünftige Sprache der Architektur wird sich demzufolge zunehmend in Bildern, als in Texten manifestieren. Sprache kann einerseits als Medium zur Kommunikation betrachtet werden, andererseits ist die geschriebene und gesprochene Sprache ein Medium des Denkens und der Weltauffassung schlechthin. Im ersten Moment dient sie also nicht zur Kommunikation, sondern bringt Dinge und Sachverhalte durch die sprachliche Auffassung der Welt in Sinneszusammenhänge. So wie sich die Stadt selbst, Kitsch und auch „Junk-Space“ zunehmend ausbreiten und neu definieren, ist auch die Sprache einem ständigen Wandel unterworfen. Sprache im konventionellen Sinn ist ziemlich eindeutig und stellt etwas Definitves dar. Kitsch wird als minderwertiger Gefühlsausdruck definiert und trotzdem soll man sich zur Schönheit des Kitsches bekennen, um ihn genießen zu können und gleichzeitig die Augen vor der radikalen Moderne und politischen Aufklärung zu verschließen. Dies kann auch auf das Phänomen der Sprache übertragen werden. Sprache als etwas Radikales muss sich in einer anderen Materie zeigen, um über das „Böse“ siegen zu können und somit alles „gut“ werden kann. Die zukünftige Sprache der Architektur ist in eine Sprache vereinfacht, reduziert auf eine äußere Hülle, multikulturell und somit multifunktionell, das heißt global für jeden verständlich – vereinheitlicht auf eine einzige Synästhesie und somit für jedermann begreiflich. Sprache als Bild ist ständig im Begriff des „Werdens“, ständig ausbaufähig, kein abgeschlossener Prozess, sondern permanent reproduzierbar. Durch das Bild hat die Sprache eine Möglichkeit gefunden, wodurch viel von wenig zusammengehalten werden kann – Bild,als optische und gleichzeitig informationelle Sprache. Frei von jeder Interpretation, da nur mehr wahre Kenner ihren wahre Inhalt verstehen, denn alle Anderen sind der Kritik unfähig geworden, denn bis zum Bilden eines neuen Urteils ist schon ein neues Phänomen entstanden.

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