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Werbung als Ornament ?! / Erik Czejka

12.12.2017

„Es gibt […] keine Kultur ohne Tradition der Ornamentik.“, konstatiert der Kunsthistoriker Ernst Gombrich. Aufgrund der evolutionären Verbundenheit ist das Ornament immer Ausdruck einer Kultur und spiegelt somit den jeweiligen Zeitgeist wider. Jede kulturelle oder historische Epoche besitzt eine Ornamenttradition. Was wäre aber nun das Ornament unserer zeitgenössischen Kultur?
„Shopping is arguably the last remaining form of public activity“, beschreibt Rem Koolhaas die Essenz der heutigen Zeit. Nahezu alles ist dem wirtschaftlichen Diktat des Konsums und in weiterer Folge dem Kapitalismus unterworfen. Einen essenziellen Anteil zur Aufrechterhaltung dieses Systems trägt die Werbung bei. Sie reibt uns Wünsche in die Augen und animiert uns ständig zum Konsum. Mittlerweile ist Werbung in den verschiedensten Ausprägungen in unserer Umwelt allgegenwärtig verankert und kann als Synonym für die derzeitige Konsumkultur gesehen werden. Wenn das Ornament den Ausdruck einer Kultur darstellt, wäre dann die Werbung das Ornament der Konsumkultur? Um diese Frage zu beantworten, werden in den folgenden Kapiteln die Phänomene Ornament und Werbung zunächst unabhängig voneinander betrachtet. Im letzten Kapitel werden die geschichtlichen Berührungspunkte von Architektur, Ornament und Werbung aufgezählt und die Werbung wird im Hinblick auf die theoretischen und architektonischen Aspekte eines Ornaments analysiert, um abschließend die Frage zu beantworten, ob die Werbung als Ornament die Konsumkultur in der Architektur widerspiegelt.

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