en

Zur Konstruktion des Endless House / Florian Medicus

22.06.2010

Friedrich Kieslers ‚Endless House’ gilt, wohl gerade aus dem Umstand heraus, dass es nie realisiert wurde, als eines der radikalsten Konzepte der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Obwohl schon Walter Gropius meinte, dass es ganz wesentlich wäre, Kieslers Architektur in die Realität zu übersetzen1, blieb es bislang bei den bekannten Zeichnungen, Plänen und Modellen. Es stellt sich
jedoch immer wieder (und wie bei vielen anderen Projekten) die Frage, ob die Verwirklichung des ‚Endless House’ der Vision mehr geschadet als Gutes getan hätte. Hätte man, frei nach Robert
Musil, in der Umsetzung zwar den streng wissenschaftlichen Nachweis gewonnen, dafür aber den Traum verloren und somit den poetischen Mythos ruiniert? Ist es überhaupt legitim, sich mit den
heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten über die Architekturgeschichte her zu machen, um die visionären Ansätze dahingehend zu legalisieren indem man sie der ‚Baubarkeit’ nahe
bringt?

Schreibe einen Kommentar