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Analyse – Die hedonistische Stadt / Peter Volgger, Stefan Graf & Arno Hofer

30.09.2013

Im europäischen Imperialismus war das zu erobernde Land häufig sexuell konnotiert. Man sprach vielfach von einem jungfräulichen Land, das es galt zu penetrieren. In diesem Sinne war das Ideal der modernen Stadtplanung eine Tabula Rasa. Asmara wurde von den Italienern zur Schwarzen Venus verklärt. So entwickelte sich die Phantasie von einem exotischen Ort mit willigen und ungesitteten Frauen. Diese Vorstellung wurde anfangs auch von offizieller Seite gefördert und half nicht unwesentlich dabei Italiener für die Auswanderung in die neue Kolonie zu begeistern.

In unserer Analyse wollen wir die hedonistischen Aspekte der Stadtplanung mittels Kartierung dieser sichtbar machen. Dazu behandeln wir einen Ausschnitt aus dem Zentrum von Asmara von ungefähr 4×3 km. Unterteilt wurde die Untersuchung in zeitliche Intervalle, die eine charakteristische Einheit für die Kolonisierung als auch für die Entwicklung der Stadt bilden. Zu den hedonistischen Aspekten der Stadt zählen vor allem jene Gebäude und Einrichtungen, die der Lustmaximierung und Unterhaltung der Bewohner dienten. Zu nennen wären vor allem Bordelle, Sporteinrichtungen und Orte des Spektakels wie Kinos, Theater, Autorennstrecken usw. Gebäude, wie die Syphilishäuser, die als Konsequenz dieses Treibens entstanden, werden ebenso in die Analyse mit einbezogen.

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